Sie ist fleißig

Sie ist fleißig

Warum hat die (weibliche) Honigbiene bei den (männlichen) Drohnen nicht viel „Schlag“? Weil sie keine Wespentaille hat! – Wespen summen sich diesen Scherz besonders gerne zu, aber wer zuletzt lacht, lacht am besten. So macht die Honigbiene ihren (ja nicht wirklich vorhandenen) figürlichen Mangel mit Fleiß wieder wett. Für Imker ist das eine lohnenswerte Sache, denn immerhin setzt sich so ein Honigbienenvolk aus bis zu 8000 Arbeiterinnen zusammen – und eine Königin, die ihren Hofstaat beim Wabenbau kontrolliert. Diese sechseckigen Zimmerchen werden aus Wachsplättchen gebaut, die junge Arbeiterinnen an ihrem Hinterteil abscheiden (Mensch, was könnte sich die Bauindustrie alles sparen, wenn Poliere und Maurer, nun ja…). In den äußeren Waben des Bienenpalastes wächst die neue Brut heran, in den inneren Waben werden Honig und Pollen gespeichert. Beides finden Honigbienen im Überfluss in den Blüten von Obstbäumen, Sommerflieder, Edeldisteln und Sonnenhut, um nur einige Trachtquellen zu nennen. Es kommt vor, dass nur eine einzige Kundschafterin ein üppig bestücktes neues Schlaraffenland entdeckt. Dann fliegt sie schwuppdiwupp zum Hofstaat zurück, summt herum und vollführt einen besonderen Tanz in der Luft. Fast sieht es so aus, als drehe sie durch vor Glück, aber das tut sie nicht; vielmehr gibt sie damit den anderen bescheid. Dann schwärmen die Bienen aus.
Die Fortpflanzung der Honigbienen ist übrigens denkbar einfach: Allein die Königin ist dafür zuständig. Ihre einzige Aufgabe ist es, Eier zu legen. Sie muss sich fühlen wie ein Huhn. Gagack.

Honigbiene

Der neue Tag füllt sich mit Glück
Wie Morgentau die Tulpenblüte.
Die Sonne wandert Stück um Stück.
Die Bienen tragen Pollenhüte.

Wie ein Gedicht aus deinem Munde
Umspielt das fröhliche Summsumm
Die Partitur der frohen Kunde.
Nur ich alleine bleibe stumm.

Erst gibt Kniphofia sich die Ehre
Und dann den Sammlerinnen hin.
Nach diesem Bild ich mich verzehre
Vom Sommer bis zum Sommer hin.

In Rosenblüten, Kelchen, Trichtern
Und in den Reben wilden Weins.
In immer neuen Sonnenlichtern
Ist dies die Leichtigkeit des Seins.

Der Tag neigt sich zum Abend hin;
Es nimmt die Nacht sich ihren Raum.
Das Volk umsorgt die Königin
Mit einem nektarsüßen Traum.

Am Morgen füllt der Tag mit Glück sich
Und das fröhliche SummSumm umspielt,
was ich schon gestern inniglich
fürs allerschönste Wunder hielt.





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