
Sie ist üppig
Donnerdoria! Die üppig bepackte Erdhummel kann fliegen, dürfte es aber eigentlich nicht können! Insektenforscher bescheinigen dieser flotten Biene jedenfalls, dass sie die physikalischen Gesetze ad absurdum führt, wenn sie abhebt und mit dem vibrierenden Timbre einer getunten Zündapp davonbrummelt, denn rein wissenschaftlich betrachtet ist ihr Körper zu schwer dafür. Und doch tut sie es. Bombus terrestris ist eben kein Hungerhaken, sondern üppig bepackter Chef im Blütenmeer. Beste Werbung für die neue Weiblichkeit und damit sicher kein Kandidat für Germanys Next Top Hummel im Insektenreich. Nein, da gibt es grazilere Exemplare. Die ebenso weit verbreitete Ackerhummel (B. pascuorum) zum Beispiel ist deutlich schlanker, wird nur bis zu 18 Millimeter lang, ist wendiger und insgesamt heller gezeichnet. Oder die Steinhummel (B. lapidarius): Abgesehen von der roten Hinterleibsspitze ist sie ein pechschwarzes Model(l), und schwarz wirkt ja bekanntlich schlank. Nicht so die Erdhummel: Dieser Bombus-Brocken mit jeweils einer gelben Binde auf Bruststück und Hinterleib wird bis zu 25 Millimeter lang! Gewicht? Fragt man doch eine Dame nicht, und die Drohnen (die männlichen Exemplare) sind ohnehin kleiner. Es gibt sowieso Wichtigeres zu erfahren. Zum Beispiel, dass Bombus terrestris einen weißen Popo hat – Alleinstellungsmerkmal unter ihresgleichen. Und dass die Nester mit bis zu 600 Einzeltieren die größten Völker in der ganzen Hummelwelt sind. Und dass der Erdhummel-Rüssel viel zu kurz für tiefe Blüten ist, sodass sie die Blüten von hinten aufbeißen muss, um an den leckeren Nektar zu gelangen. Und dass sie zu den geschützten Arten zählt – ist ja wohl auch logisch, denn Hummeln zählen zu den wichtigsten Blütenbestäubern, was sie zu einer Kapitalanlage für jeden guten Gärtner macht (sie lieben Landeplätze wie Sommerflieder, Sonnenhut und Zierartischocke).
Übrigens legen Hummeln ihre Nester in Mäuselöchern, Hohlräumen, Erdhöhlen und Vogelnistkästen an. Von Hummeln im Hintern, wie es uns der Volksmund sagt, ist nichts bekannt. Die damit verbundene Kriecherei ist unter den Menschen ja auch schon oft genug verbreitet.
Die Hummel
Nun fliegst du wieder nektartrunken,
Trägst auf den Flügeln Fröhlichkeit.
Der Winter ist längst meilenweit.
Ich habe ihm adieu gewunken.
Du lässt mich auf den Sommer hoffen
Schon jetzt im zeitigen April.
Es komme nun, was kommen will.
Mein Herz ist für den Zauber offen.
Wo die Magie sich bunt entfaltet,
Bist du die Botin dieser Zeit.
Der Winter ist längst meilenweit.
Er hat für jetzt auf Ruhe umgeschaltet.
Du bist ein Wunder dieser Welt.
Du, Bombus, schwer – und doch so leicht.
Allein dein Wille dir dazu gereicht.
Ich finde, gut ist es um dich bestellt.
Du bist ein erster Frühlingsfunken,
Ein durchweg freudiges Geleit.
Der Winter ist längst meilenweit.
Ihm habe ich adieu gewunken.